DH-Neubau in Möschenfeld: Ein perspektivischer Vergleich

Grasbrunn, 01.03.2015
Vergleich der Skizze des Planers des Doppelhauses mit einer eigenen Fotomontage aus ähnlicher Perspektive.

Von einem Standpunkt neben der ehemaligen Gaststätte auf der Straße haben wir ein Foto Richtung Norden mit Blick auf St. Ottilie aufgenommen, um in etwa die Perspektive der Skizze zu erhalten. Anschließend haben wir die Ostansicht aus dem Genehmigungsplan anhand bekannter Vergleichsmaße in der Originalszenerie in unser Foto maßgetreu eingepasst. So lässt sich die Skizze des Planers mit unserer Arbeit gut vergleichen.

Bevor Sie unten weiterlesen, vergleichen und urteilen Sie bitte selbst:

MF Perspektivskizze der PlanerBild: Skizze des Planers (für Originalauflösung anklicken / mit rechter Maustaste in neuem Tab oder Fenster)
Von vorne nach hinten: Gasthaus, Dreifachgarage, Toreinfahrt zur hier nicht sichtbaren Doppelgarage, Doppelhaus, Wallfahrtskirche St. Ottilie.
Man beachte die Fluchtlinie entlang der Oberkante der EG-Fenster des Gasthauses. Diese liegen auf einer gemessenen Höhe von ca. 1,9 m. In ihrer Verlängerung deckt sie sich mit der Dachrinne des geplanten Neubaus. Also soll dessen Traufhöhe nach der Skizze ca. 1,9 m betragen. Laut Plan wird sie aber 3,80 m hoch werden, also die doppelte Höhe!

 

MF Perspektive von Süd CL cut --- 2015-03-01Bild: Unsere Montage aus der etwa gleichen Perspektive (wir haben den Anbau der Dreifachgarage am Gasthofgebäude weggelassen, weil er aus dieser Blickrichtung den Großteil der Südfassade des geplanten Doppelhauses verdecken würde)
Man beachte auch hier die Fluchtlinie der Oberkante der EG-Fenster des Gasthauses. Verlängert man sie Richtung Neubau, teilt sie dessen Ostfassade zwischen Gehsteig und Traufe mittig, also bei 3,80 m : 2 = 1,90 m, wie es sein soll! Unsere Montage zeigt  also stimmige Größenverhältnisse.

Unserer Meinung nach kam es dem Planer mit seiner Skizze darauf an, den Eindruck zu vermitteln, dass das Bauvorhaben vor dem Hintergrund der Wallfahrtskirche und dem übermächtigen Vordergrund der Gaststätte nahezu verschwinden wird. Deshalb hat er die extreme Perspektive gewählt. Dass er dazu noch das geplante Doppelhaus perspektivisch viel zu klein (ca. halbe Größe!) eingezeichnet hat, entlarven wir mit unserer geometrisch-perspektivisch weitgehend korrekten Montage. Hier sollte wieder einmal mit Desinformation ein Vorhaben verharmlost, hier im wahrsten Sinne des Wortes „kleingezeichnet“ werden. Deshalb sprechen wir in unserem Bürgerblatt 25 zu Recht von einem „Zwergenhaus“ in der Skizze. In Wahrheit verschwindet die Kirche bis auf den oberen Teil des Turms fast völlig hinter dem Doppelhaus, wenn es mit den geplanten Maßen gebaut wird. Noch schlimmer: es scheint hier ein Profanbau mit einem kirchturmartigen Aufbau vorzuliegen — eine geschmacklose Verfremdung.

All dies zeigt:
Die Ansicht auf St. Ottilie von Süden würde durch das südlich vorgelagerte Doppelhaus zerstört werden. Sichtbeziehungen müssen aber erhalten bleiben!

In einem Folgebeitrag werden wir anhand einer weiteren Fotomontage zeigen, welchen  Raum das Bauvorhaben von Osten betrachtet einnehmen wird.