Kostenbewusstsein? Fehlanzeige!

Grasbrunn, 14.03.2014 Bericht aus dem Gemeinderat
über den Tagesordnungspunkt „Ersatzbeschaffung PC’s für die Verwaltung“ der Sitzung vom 25.02.2014

Seit Jahren ist bekannt, dass Microsoft für das Betriebssystem „Windows XP“ Anfang April 2014 die Beseitigung von Fehlern einstellt. Dies wurde in der Grasbrunner Verwaltung, obwohl die PCs bereits 7 Jahre in Benutzung sind, offenbar erst jüngst bemerkt, denn das Thema war erstmals in der Januar-Sitzung des Gemeinderats auf der Tagesordnung. Deshalb meint die Verwaltung wohl, die PCs müssten jetzt im Schnellstverfahren ausgetauscht werden, so dass man jetzt keine Zeit mehr habe, verschiedene Lösungen kostenmäßig langfristig zu vergleichen.

Die Betriebssysteme der Windows-Familie sind bekanntermaßen, vor allem wegen ihrer großen Verbreitung, sehr häufig Ziel von Angriffen durch Computer-Viren und andere Schädlingsarten. Deshalb ist ein zügiger Austausch der PCs sicher notwendig. Allerdings gibt es keinen Grund, den Austausch ohne vernünftige Planung über’s Knie zu brechen. Das hat auch damit zu tun, dass so manche Sicherheitslücke oft erst relativ spät geflickt wird und man damit ohnehin oft einige Zeit leben muss.

Deshalb ist es unverständlich, warum der Bürgermeister sich geweigert hat, den Vorschlag der BFG-Fraktion aufzunehmen, eine technisch andere Lösung mit einem Terminal-Server mit der von ihm favorisierten Lösung kostenmäßig auf die übliche Nutzungsdauer zu vergleichen. Er meint, ein Vergleich der Anschaffungskosten (schon hier geht es nach der Schätzung der Verwaltung um etwa 40.000 €!) genüge vollkommen. Dabei werden die meisten Kosten erst nach der Anschaffung durch Wartung von Hard- und Software, Lizenzerneuerungen u.s.w. verursacht.

Pikant daran ist, dass der Bürgermeister ausgerechnet diejenige Firma die beiden Lösungen (nur) in den Beschaffungskosten hat vergleichen lassen, die seit Jahren die IT-Wartung für die Gemeinde erledigt. Welche Lösung wird diese Firma der Gemeinde wohl empfohlen haben? Da hilft es auch nichts, dass die Gemeinde für die Hardware-Beschaffung mindestens fünf Firmen für die Abgabe von Angeboten anschreiben will. Wer sich nämlich in der Branche auskennt, weiß, dass die Gewinnmargen bei Hardware gering sind. Also werden sich die Angebote nicht stark unterscheiden.

Wir meinen, dass allein schon die Verweigerung eines auf lange Frist und alle Aspekte (auch in Richtung freie & quelloffene Software) ausgelegten Kostenvergleichs nicht gerade von Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Finanzen der Gemeinde und damit gegenüber dem Steuerzahler zeugt. Für ein gesundes Kostenbewusstsein braucht man keine betriebswirtschaftliche Ausbildung, aber von einem Bürgermeister, der Diplom-Finanzwirt (FH) ist, sollten man selbiges umso mehr erwarten können. Dass Herr Korneder es nicht hat, beweist er leider auch an anderer Stelle, zum Beispiel bei der von ihm geplanten, unsinnigen Mehrausgabe von ca. 1,5 Mio. € für die Vollsanierung der Keferloher Straße. Dass ihm in beiden Fällen eine große Koalition der Unvernunft und des Geldverschwendens zur Abstimmungsmehrheit verhalf, macht es nur schlimmer.

Dieses mangelhafte Kostenbewusstsein finden wir sehr irritierend und bestätigt unser Bestreben, in den künftigen Gemeinderat mehr Qualität zu bringen. Dafür können allerdings nur Sie sorgen, liebe Wählerinnen und Wähler!

Bitte gehen Sie zur Wahl und zeigen Sie, dass ihnen die Verschwendung von Steuermitteln nicht egal ist!